Bisher sind Elektroautos in Deutschland eher Ladenhüter. Trotz einer staatlichen Kaufprämie von bis zu 4.000 Euro musste die Bundesregierung zuletzt eingestehen, dass die eigenen Zielvorgaben nicht mehr erreicht werden können: Die Marke von einer Millionen Elektroautos im Jahr 2020 dürfte deutlich verfehlt werden. Die deutschen Autobauer allerdings glauben weiterhin an die Technologie. So will der Daimler-Konzern bis zum Jahr 2022 zehn Modelle mit Elektroantrieb in Serie produzieren. Wichtigstes Bauteil dabei: Die Batterie. Im sächsischen Kamenz errichtet der Konzern daher für rund 500 Millionen Euro eine zweite eigene Batteriefabrik. Dort wird die Tochterfirma Deutsche Accumotive Lithium-Ionen-Batterien produzieren, die weltweit in Fahrzeugen und als Stromspeicher für Privathaushalte zum Einsatz kommen sollen.


Die einzelnen Batteriezellen müssen weiterhin importiert werden

Das Projekt ähnelt damit der Gigafactory des US-Elektroautoherstellers Tesla – ist allerdings weniger bombastisch angelegt. Die Batterie spielt bei der Produktion von Elektroautos eine entscheidende Rolle: Zum einen ist sie mit Abstand das teuerste Bauteil – und sorgt so dafür, dass die Fahrzeuge teurer sind als Alternativen mit Verbrennungsmotor. Zum anderen gilt die mangelnde Reichweite als ein Grund für die nur langsam ansteigenden Verkaufszahlen in Deutschland. Es ist also durchaus sinnvoll, in diesem Bereich eigene Kompetenz aufzubauen und so eventuell einen Wettbewerbsvorteil zu erhalten. Allerdings werden auch in Kamenz die einzelnen Batteriezellen weiterhin aus Asien importiert und vor Ort dann zusammengebaut. Die Kanzlerin hatte zuletzt dazu aufgerufen, auch in Deutschland wieder selbst Batteriezellen zu produzieren.


Die Fabrik produziert keine CO2-Emissionen

Die Batteriefabrik in Kamenz soll dazu beitragen, dass zukünftig mehr emissionsfreie Fahrten mit Elektroautos stattfinden. Auch die Anlage selbst ist aber auf Nachhaltigkeit ausgelegt. So werden eine Photovoltaikanlage und ein Blockheizkraftwerk den benötigten Strom direkt vor Ort produzieren. Hauseigene Speicherlösungen sorgen dabei dafür, dass zu jedem Zeitpunkt ausreichend Energie zur Verfügung steht. Auf diese Weise soll die Produktion ablaufen, ohne dass CO2-Emissionen entstehen. Gleichzeitig kann die Fabrik damit gegenüber potentiellen Kunden aber auch als Beispiel für den intelligenten Einsatz von Speichersystemen im Zusammenhang mit Photovoltaikanlagen dienen.

Via: Engadget

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.