Klimaneutral bis 2050 soll die gesamte Luftbranche in Europa werden, so hat es sich die EU gedacht. Bis dahin sind es noch 25 Jahre, in denen große Entwicklungssprünge stattfinden müssen. Einen Schritt hat nun das Unternehmen Beyond Aero getan, das ein emissionsfreies Flugzeug mit Wasserstoffentwicklung zur Serienreife brachte. Die gute Nachricht: Der Flieger kann mit seiner Reichweite einen Großteil der innereuropäischen Flugrouten abdecken. Die schlechte Nachricht: Es passen nur 10 Leute rein. Aber immerhin ein Anfang.

Flieger kann schon 20230 in den Regelbetrieb gehen
Die Luftfahrt boomt, sowohl im touristischen als auch im geschäftlichen Bereich. Die EU-Klimaziele sind bei diesem Trend mit Kerosinantrieb nicht zu erreichen, aber wo liegt die Lösung? Ein Wasserstoffflugzeug emittiert nur reines Wasser, die Abgase sind deshalb nicht nur CO2-frei, sondern auch frei von gesundheitsschädlichen Stoffen. Deshalb bastelt unter anderem das französische Luftunternehmen Beyond Aero an solchen Fliegern und meldet nun, dass ihr erstes kompaktes Regionalflugzeug schon 2030 in den Regelbetrieb gehen kann. Rund 100 Absichtserklärungen für eine Bestellung sollen auch schon eingetrudelt sein.
1.500 Kilometer Reichweite bei 575 km/h
Das H2-Flugzeug mit dem Namen BYA-1 verfügt über zwei elektrische Mantelpropeller am Heck. Sechs Brennstoffzellen wandeln an Bord den getankten Wasserstoff in Strom um. Ihre Maximalleistung beträgt jeweils 400 Kilowatt, daraus ergibt sich eine Gesamtleistung von 2,4 Megawatt. Akkus als Zwischenspeicher sind nicht vorhanden, in der Luftfahrt zählt jedes Kilo Gewicht. Sind die sechs Wasserstofftanks mit 250 Kilogramm H2 vollgefüllt, legt der Flieger damit bei einer Reisegeschwindigkeit von 575 km/h rund 1500 Kilometer am Stück zurück. Die Flughöhe ist in diesem Fall mit 7,9 Kilometern angegeben. 80 Prozent der innereuropäischen Routen ließen sich so »befliegen«.
Laut Berechnungen von Beyond Aero soll Wasserstoff um einiges günstiger sein als andere klimafreundliche Treibstoffe für Flugzeuge. Grüner Wasserstoff kostet demnach pro Sitz und nautische Meile 40 Cents, Biokerosin bereits 1,70 Euro und synthetisches Kerosin 2,60 Euro. Allerdings liegt reguläres Kerosin bei nur 30 Cents, und es treibt seit langem auch Jumbo-Jets sicher an. Mal sehen, was sich im Wasserstoffbereich noch machen lässt.
Quelle: forschung-und-wissen.de