Das Atomkraftzeitalter ist zu Ende? In Großbritannien bereitet sich das Unternehmen Core Power auf eine neue, modernere Phase vor. In etwa 10 Jahren sollen erste kleine, schwimmende Atomkraftwerke aus eigener Produktion in Betrieb gehen und im zweiten Schritt steht für die Firma die Ausrüstung ziviler Schiffe mit Kernkraft an. Schon ab 2028 will Core Power entsprechende Aufträge entgegennehmen.


Sind Mini-Atomkraftwerke die energetische Zukunft?

Kraftwerke sollen nicht größer als Schiffscontainer sein

Das erste schwimmende Atomkraftwerk der neuen Generation soll an der US-Küste ankern und Strom für die dortige Industrie liefern. CEO Mikal Bøe merkt dazu an, dass »65 Prozent der Wirtschaftstätigkeit an der Küste stattfinden«, mit der Kernkraft ließen sich dort »neue Märkte erschließen«. Core Power arbeitet eng mit dem Energieunternehmen Westinghouse zusammen, um ihre FNPPs (Floating Nuclear Power Plants) zu entwickeln, die nicht größer als ein regulärer Schiffscontainer sein sollen: Das wären 2,50 Meter in der Breite, 2,60 Meter in der Höhe sowie 6,00 bis 12,00 Meter in der Länge. Auf diesem kleinen Raum sollen Salzschmelzreaktoren bzw. Flüssigsalzreaktoren arbeiten, bei denen das Spaltmaterial in geschmolzenem Salz eingebunden ist.

Bei Störungen wird eine Kettenreaktion verhindert

Im Zuge der Atomspaltung entsteht immer Wärme, wie auch in diesem Fall. Ein Wasserkreislauf kühlt das Kraftwerk und treibt im nächsten Schritt eine Dampfturbine an, die wiederum Energie zur Verfügung stellt. Sollte eine Störung auftreten, wird das Salz in ein sicheres Behältnis geleitet, um eine mögliche Kettenreaktion zu verhindern. In den 2050ern und 2060ern gab es bereits eine ähnliche Technik, die allerdings nie zum kommerziellen Einsatz kam.


Sobald die ersten Mini-Kraftwerke schwimmen, geht es daran, die zivile Schifffahrt auszurüsten. Derzeit fahren weltweit ungefähr 160 Schiffe mit Atomkraft, doch fast alle davon gehören dem militärischen Bereich an. Im zivilen Betrieb waren sowohl die Sicherheitsbedenken als auch die Kosten zu hoch; mit dem neuen, effizienten System soll sich das ändern. Core Power spricht in dieser Hinsicht von einem »Liberty Programm« und erinnert so an die Zeit des Zweiten Weltkriegs, als Werften die sogenannten Liberty-Frachter in Rekordzeit produzierten, weil sie schneller sein wollten, als die Zerstörungswut der deutschen Marine.

Quelle: futurezone.at

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