Ob Blei, Kadmium, Kupfer oder Zink: Teeblätter binden die Metallpartikel an sich und befreien so das Wasser von Verunreinigungen. Diesen Effekt wiesen Forscher der Northwestern University of Illinois in Versuchen nach. Sie mutmaßen nun, dass Bevölkerungen mit hohem Teekonsum wegen dieser Funktion weniger von bestimmten Krankheiten betroffen sind.


Wow! Teeblätter filtern Schwermetalle aus dem Wasser

Verschiedene Teesorten zogen im Versuch unterschiedlich lang

Bestimmte Teesorten können Depressionen mildern oder das Diabetesrisiko verringern, wenn ungesüßt getrunken. Wahrscheinlich wirkt Teetrinken sogar ein Stück weit lebensverlängernd. Doch diese US-Studie deckt eine Funktion auf, die über das bisherige Wissen hinausgeht: Die Wissenschaftler um Prof. Vinayak Dravid versetzten sauberes Wasser gezielt mit kleinen Mengen der genannten Metalle und fügten anschließend verschiedene Sorten Teeblätter hinzu, entweder in Beuteln oder lose. Ihren Tee ließen sie verschieden lang ziehen, von wenigen Sekunden bis zu 24 Stunden.

Die Forscher testeten Teesorten aus den Bereichen Weißtee, Schwarztee, Grüntee und Oolongtee. Auch häufig verwendete Kräuter wie Rooibos und Kamille schlossen sie in ihren Versuch mit ein. Außerdem nutzten sie unterschiedliche Beutelmaterialien, darunter Nylon, Zellulose und Baumwolle. Bei einer typischen Tasse Tee mit kochendem Wasser, einem Teebeutel und drei bis fünf Minuten Ziehzeit verringerte sich der Schwermetallanteil um 15 Prozent – sogar bei giftigen Bleikonzentrationen von bis zu 10 Teilchen je eine Million. Eine verlängerte Ziehzeit verstärkte den Effekt.


Zellulosebeutel verstärken den Reinigungseffekt noch

An der großen, aktiven Oberfläche der porösen Teeblätter bleiben die Metallionen einfach haften. Dabei spielte die Teesorte keine Rolle, immer beobachteten die Forscher dasselbe Muster. Teebeutel aus Nylon und Baumwolle zeigten hingegen kaum Auswirkungen, im Gegensatz zu biologisch abbaubaren Zellulosebeuteln aus natürlichen Rohstoffen. Die Zellulosefasern verfügen über eine ähnliche Oberflächenstruktur wie die Teeblätter – so können auch die Beutel eine beträchtliche Schwermetallmenge adsorbieren.

In industriellem Maßstab wäre diese Art der Wasserreinigung vermutlich nicht effektiv genug und zudem teuer. Doch hin und wieder ein Tässchen gut durchgezogener Tee kann im Privaten durchaus zu gesunder Alltagspraxis werden.

Quelle: newatlas.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.