Lithium ist ein essentieller Bestandteil moderner Batterien und wird aktuell besonders für E-Auto-Akkus gebraucht. Das Problem für Deutschland: Es handelt sich um einen Rohstoff, den wir aus anderen Ländern teuer importieren müssen, die Vorkommen sind stark begrenzt. Tatsächlich gibt es aber auch bei uns Lithium, zum Beispiel im Tiefenwasser unter der Lüneburger Heide. Forscher beschäftigen sich aktuell mit der Frage, wie sich unsere verborgenen Schätze heben lassen, um unabhängiger von Importen zu werden.


Lithium ist auch in Deutschland vorhanden

Tiefenwassergehalt von 192 mg Lithium pro Liter

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat in Eimke, im Landkreis Uelzen, ihre Zelte aufgeschlagen. Hier, in der Lüneburger Heide, wird zu Forschungszwecken Tiefenwasser gewonnen und das enthaltene Lithium extrahiert. Der Gehalt liegt bei 192 Milligram des kostbaren Rohstoffs pro Liter, das bezeichnet die Behörde als »vielversprechend«. Wie lässt sich das Lithium am effektivsten und saubersten gewinnen? Diese Frage beschäftigt die Forscher vor Ort.

Das Wasser, das aus dem Bohrloch sprudelt, ist 150 Grad heiß und stammt aus 3.800 Metern Tiefe. Es handelt sich um eine alte Probebohrstelle, die auf der erfolglosen Suche nach Erdgas entstand. Seit zwei Jahrzehnten wird das Loch im Boden zur Forschung genutzt, bislang gingen die Untersuchungen in Richtung Geothermie, jetzt schwenken die Wissenschaftler auf die Lithiumgewinnung um. In den drei Wochen des Erprobungsbetriebs sollen schmale 40 bis 100 Gramm Lithium für Laboruntersuchungen extrahiert werden. Das Potential dieser Quelle schätzen die beteiligten Forscher auf gar nicht mal so geringe 250 bis 500 tonne Lithiumcarbonat-Äquivalent im Jahr. Das würde für 5.000 bis 10.000 E-Auto-Batterien reichen.


Weitere Orte zur Lithiumgewinnung im Visier

Natürlich sind wir damit noch längst nicht unabhängig, doch ist die Lüneburger Heide nicht der einzige Ort in Deutschland mit dem wertvollen Rohstoff. In Landau in der Pfalz existiert seit Ende 2023 eine ähnliche Pilotanlage für die Lithiumgewinnung aus Tiefenwasser. Dort möchte man ab 2026 in die industrielle Verwendung übergehen. Und im sächsischen Erzgebirge laufen Planungen, Lithium aus Gestein zu extrahieren. Je mehr wir selbst herstellen, desto weniger müssen wir aus China, Chile und Australien kommen lassen.

Quelle: focus.de

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